Bürger-Windpark Trogen II

Der Bürger-Windpark Trogen II befindet sich ca. 8 km Luftlinie nordöstlich der Stadt Hof und ist Teil des größten zusammenhängenden Windpark Clusters in Bayern. Dieses umfasst insgesamt 23 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 60 MW. Die fünf Windenergieanlagen von Trogen II erreichen eine Gesamtleistung von 15,0 MW und versorgen zukünftig rund 10.000 Haushalte pro Jahr mit umweltfreundlich produziertem Strom. Damit werden rund 29.000t/a klimaschädliches CO2 eingespart.

Wie nutzt man den wertvollsten Rohstoff einer Region?

Jürgen Meyer-Menz, Geschäftsführer der Primus Energie GmbH

Wir sind in Nordbayern verwurzelt, wir kennen die Menschen hier und ihre Mentalität. Das oberfränkische Gebiet um Hof ist sicherlich eines der strukturschwächeren in Bayern. Aber wir wissen, dass die Region eine in der Vergangenheit vielleicht zu wenig beachtete Stärke hat: ausgezeichneten Wind. Diesen nutzen wir mit modernster Technik als Rohstoff für Fortschritt und Wirtschaftskraft. Und die Menschen hier verstehen, dass man eine solche Chance nutzen muss.


Warum haben Sie sich genau den Standort in Trogen ausgesucht?

Trogen II ist Teil des größten zusammenhängenden Windpark Clusters in Bayern. Dazu gehören die Standorte in Töpen, Feilitzsch, Zedtwitz und Trogen sowie das Umspannwerk Hof-Nord mit 63 MVA. Trogen II ist im Grunde zusammen mit Trogen I zu sehen. Die fünf Anlagen befinden in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes A72 und A93 in einem durch Sturmschäden betroffenen Wald.  Die daraus resultierend geringeren Eingriffe in die Natur während der Bauphase, in Kombination mit einer guten Windprognose, machten diesen Standort äußerst attraktiv.


Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung des Projekts?

Bereits vor dem Genehmigungsverfahren wurden alle Belange hinsichtlich Immissionen und Naturschutz intensiv geprüft und flossen unmittelbar in die Detailplanung ein. Hier kam die gute Abstimmungsarbeit mit den erfahrenen Kräften der Genehmigungsbehörden zum Tragen. Beispielsweise haben wir auf eine Windkraftanlage verzichtet, weil wir frühzeitig über die Ansiedlung bestimmter Vogelarten im geplanten Gebiet informiert wurden. Aufgrund der detaillierten Vorbereitung war die Genehmigung selbst dann unproblematisch.


Wie lange hat es bis zur Genehmigung gedauert?

Erste Gespräche hinsichtlich der Entwicklung geeigneter Standorte im Raum Hof wurden bereits im Jahr 2009 geführt. Daraus ergaben sich gute Kontakte zu den Bürgermeistern und der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch. Ziel war von Beginn an ein sinnvolles, schlüssiges Gesamtkonzept für die Region über den Ortsrand hinaus. Dabei sollte sowohl auf die Bedürfnisse der Bürger als auch der Kommunen eingegangen werden. „Wir haben uns bewusst für eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung des geplanten Windparks mit der Firma Primus Energie entschieden, da die Mitarbeiter gegenüber der Gemeinde und den Bürgern von Anfang an offen, ehrlich und konstruktiv kommuniziert haben und die Entwicklung in den Nachbargemeinden nachweislich gut funktioniert hat“, so der Bürgermeister der Gemeinde Trogen. Die Genehmigung für den ersten Abschnitt wurde schließlich im August 2011 durch das Landratsamt Hof erteilt.